Otto-Schmeil-Preis

Ein Karriere-Sprungbrett für die wissenschaftliche Elite.
Der Otto-Schmeil-Preis ist ein Herzstück der Stiftungsarbeit. Er wird für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Biologie oder der medizinischen Grundlagenforschung verliehen. Mit einer Dotierung von 15.000 Euro gehört er zu den renommierten Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland.

Gütesiegel durch die Akademie
Die Vergabe erfolgt durch die Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Landesakademie Baden-Württemberg). Diese Partnerschaft garantiert höchste wissenschaftliche Standards. Eine hochkarätige Kommission wählt die Preisträger aus. Wer den Otto-Schmeil-Preis erhält, hat bewiesen, dass er zur absoluten Spitze seines Fachgebiets gehört.

Weichenstellung für große Karrieren
Ein Blick auf die Historie der Preisträger zeigt eindrucksvoll: Die Schmeil-Stiftung zeichnet die wissenschaftlichen Spitzenkräfte von morgen aus. Viele unserer ehemaligen Preisträger treiben die internationale Forschung voran. Der Preis ist oft ein wichtiger Katalysator für diese Karrieren.

Unsere Preisträger (Auswahl der letzten Jahre)

Dr. Mari Sepp

Arbeit:
Zelluläre Entwicklung und Evolution des Säugetier-Kleinhirns analysiert mittels Einzelzellsequenzierung: Dr. Sepp konnte zeigen, dass die Programme zur Definition von Zelltypen im sich entwickelnden Kleinhirn über mindestens 160 Millionen Jahre erhalten geblieben sind. 

Heute:
Dr. Mari Sepp ist Postdoktorandin am Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH) der Universität Heidelberg und forscht weiterhin zu molekularen sowie evolutionären Mechanismen der Gehirnentwicklung.  

Dr. Matilde Bertolini & Dr. Kai Fenzl

Arbeit:
„Interactions between nascent proteins translated by adjacent ribosomes drive homomer assembly“ – diese gemeinsame Veröffentlichung in Science zeigte, dass etwa 30 % aller Proteinkomplexe bereits während ihrer Herstellung zu Homomeren zusammenfinden. Dies liefert neue Einsichten in die Proteinbiogenese und eröffnet Forschungsansätze für biochemische Grundlagenforschung. 

Heute:
Dr. Matilde Bertolini: Postdoktorandin an der Stanford University (USA), Forschung im Bereich Proteinfaltung / Proteinkomplexe. 

Dr. Kai Fenzl: Forschende/r am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) Heidelberg mit Fokus auf molekulare Biologie und Proteomik.  

Dr. Margarida Cardoso-Moreira

Arbeit:
„Molekulare Netzwerke der Organentwicklung bei Säugetieren“ – in dieser preisgekrönten Forschung entschlüsselte sie genetische Netzwerke, die bereits vor über 200 Millionen Jahren die Entwicklung der wichtigsten Organe bei Säugetieren steuern. 

Heute:
Dr. Cardoso-Moreira forscht am Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH) der Universität Heidelberg. Sie ist international tätig und in der Entwicklungs- und Evolutionsbiologie von Säugetieren anerkannt.

Dr. Simon Haas & Dr. Lars Velten

Arbeit:
„Revising classical models of hematopoietic stem cell commitment by single-cell analyses“ – in dieser Studie zeigten sie, dass sich blutbildende Stammzellen im Knochenmark anders entwickeln, als bisher angenommen. Diese Arbeit trug wesentlich zum besseren Verständnis der Hämatopoese auf Einzelzellebene bei. 

Heute:
Dr. Simon Haas: Forscht am Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg (Feld: Stammzellforschung / Hämatologie). 

Dr. Lars Velten: Ist aktuell als Postdoktorand am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg tätig, ebenfalls mit Schwerpunkt Einzelzell-Analysen.

Dr. Max J. Cryle

Arbeit:
„Biosynthese von Glykopeptid-Antibiotika“ – In dieser Forschungsarbeit befasste sich Cryle mit dem biosynthetischen Aufbau glykopeptider Antibiotika — das sind wichtige Antibiotikaklassen (z. B. Vancomycin), die bei schweren bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Seine Forschung beleuchtet die biochemischen Mechanismen und Enzymwege, über die diese Antibiotika in Mikroorganismen synthetisiert werden, was helfen kann, neue Varianten oder verbesserte Wirkstoffe zu entwickeln.

Heute:
Seit 2016 ist er Gruppenleiter am EMBL und forscht an der Monash University in Australien mit Schwerpunkt auf Antibiotikabiosynthese, Antibiotikaentwicklung und der Identifizierung neuer Targets gegen Infektionen. 

COS Schmeil Awards

Direkte Förderung für die Forscher von morgen.
Neben dem großen, international beachteten Otto-Schmeil-Preis engagiert sich die Schmeil-Stiftung auch unmittelbar an der „Werkbank der Wissenschaft“. In enger Zusammenarbeit mit dem Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg vergeben wir jährlich Förderpreise, die sich speziell an Studierende und Doktoranden richten.

Das COS ist einer der weltweit führenden Orte für organismische Biologie. Hier wird nicht nur im Reagenzglas geforscht, sondern das komplexe Zusammenspiel des Lebens entschlüsselt – von der einzelnen Zelle bis zum gesamten Organismus. Genau hier schließt sich der Kreis zu Otto Schmeil, dessen Leitsatz stets die „Betrachtung des Lebendigen“ war.

Um junge Talente in dieser entscheidenden Phase ihrer Karriere zu motivieren und sichtbar zu machen, vergibt das COS mit Unterstützung der Stiftung jährlich Preise in zwei Kategorien:

Graduate Award:

  • Patrick van Nierop Sanchez (AG Lohmann) – Für Arbeiten zu Gen-Netzwerken bei der Fruchtfliege (Drosophila).
  • Kaisa Pakari (AG Wittbrodt) – Für die Erforschung von Glykosylierungsstörungen beim Medaka-Fisch.

Undergraduate Award:

  • Rebecca Kern (AG Centanin & Saunders) – Für Studien zur zellulären Plastizität bei Zebrafischen.
  • Lara Niederhaus (AG Jékely) – Für Untersuchungen am Nervensystem der Seeanemone Exaiptasia.

Graduate Award:

  • Marcel Piepers (AG Maizel) – Für Forschung zur Wurzelentwicklung bei Pflanzen.
  • Bettina Welz (AG Wittbrodt) – Für die Entdeckung von Gen-Umwelt-Interaktionen beim Herzschlag von Fischen.
  • Jasmin Onistschenko (AG Centanin) – Für Arbeiten zu Stammzellen in den Neuromasten (Sinnesorganen) des Medaka.

Undergraduate Award:

  • Sarina Jabbusch (AG Koch) – Für Forschung zur Anpassungsfähigkeit der Wüstenpflanze Tillandsia landbeckii.
  • Sujay Raj (AG Acebrón) – Für die Analyse von WNT-Signalen in der frühen Mäuseentwicklung.
  • Tim Lang (AG Lohmann) – Für Untersuchungen zur Zelldynamik.

Undergraduate Award:

  • Urška Knez Štibler (AG Özbek) – Für Arbeiten zur Entwicklung von Nesselkapseln (bei Nesseltieren).
  • Ron Eric Stein (AG Koch) – Für eine Fallstudie zur Evolution von Tillandsia-Arten in Peru.

Diese Preise sind mehr als eine finanzielle Anerkennung. Sie sind oft die erste bedeutende akademische Auszeichnung im Lebenslauf junger Wissenschaftler und bestätigen sie darin, den Weg in die Forschung weiterzugehen.

Mit diesen Preisen investiert die Schmeil-Stiftung dort, wo die Zukunft der Biologie entsteht – in den Köpfen der nächsten Generation.

Fokus auf Partnerschaft

Ein Geschenk an die Gemeinschaft. Seit 2015 ist die Schmeil-Stiftung ein verlässlicher Partner der jährlichen Vorlesungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Gemeinsam mit dem Förderverein der Akademie ermöglichen wir, dass international herausragende Gelehrte ihre Erkenntnisse in Heidelberg einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können.

2025: Prof. Dr. Christian Drosten (Virologe, Charité Berlin)

2023: Prof. Dr. Robert Schlögl (Chemiker, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung)

2019: Prof. Dr. Heino Falcke (Astrophysiker, Radboud-Universität Nijmegen)

2017: Prof. Dr. Martin Visbeck (Ozeanograph, GEOMAR Kiel)

2015: Prof. Dr. Anton Zeilinger (Physiker, Nobelpreisträger 2022)

Timeline Evolution: Ein Spaziergang durch die Geschichte des Lebens

Im Mai 2023 eröffnete das Centre for Organismal Studies (COS) seine neukonzipierte Dauerausstellung „Timeline Evolution“. Mit maßgeblicher Unterstützung der Schmeil-Stiftung wurde die historische Zoologische Sammlung der Universität Heidelberg komplett neu inszeniert. Statt in verstaubten Vitrinen präsentieren sich die teilweise über 200 Jahre alten Exponate nun in einem modernen, evolutionären Kontext. Interaktive Stationen und eine zeitgemäße Didaktik laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Entwicklung des Lebens – von den ersten Einzellern bis zur heutigen Biodiversität – hautnah nachzuvollziehen. Für die Stiftung ist dieses Projekt ein Herzensanliegen, da es biologisches Wissen anschaulich und für jeden zugänglich in die Öffentlichkeit trägt.